FLUGHAFEN Eklat vor Treffen der Lärmkommission -Sitzung nach Protest abgesagt
Kölner Stadt-Anzeiger vom 15.07.2011

Köln - Eklat am Flughafen Köln/Bonn: Wegen des Protestes von Mitarbeitern des Airports sagte der Vorsitzende der Lärmschutzkommission, der Siegburger Ratsherr Klaus Stich, am Donnerstag die Sitzung des Gremiums ab. Rund 80 Beschäftigte des Airports hatten im Sitzungssaal mit einem "Trauermarsch" gegen die Pläne der Landesregierung demonstriert, eine nächtliche Kernruhezeit für Passagiermaschinen einzuführen - sie fürchten um ihre Arbeitsplätze. Die Kommission wollte gestern über dieses Thema diskutieren. Laut Betriebsrat verließen die Demonstranten "leise und ohne Protest" den Raum, seien aber von Mitgliedern der Kommission verbal angegangen worden; andere Teilnehmer berichteten, es habe mehrfacher Aufforderungen bedurft, um die Mitarbeiter zum Verlassen des Raumes zu bewegen. Stich war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Für den Betriebsrat zeugt "ein derartiges Verhalten von einer etwas eigenartigen Einstellung zum Thema Meinungsfreiheit".

Horst Becker, parlamentarischer Staatssekretär im NRW-Verkehrsministerium, bedauerte die durch den Protest bedingte Absage. Die Kommission werde noch Gelegenheit bekommen, sich zu dem Thema zu äußern. Der Betriebsrat unterstellt Becker einen "persönlichen Feldzug" gegen den Flughafen. (map)