Kommentar zu Köln/Bonn: Nachtflugverbot schwer durchzusetzen
Kölner Stad-Anzeiger vom 27.08.10

Völlig offen ist, ob aus der Ankündigung von Rot-Grün tatsächlich das geforderte Verbot für Passagierflüge in Köln/Bonn wird. Denn die Vorgängerregierung hatte die bestehende Nachtflugregelung bis 2030 gegen heftige Widerstände verlängert.

Mit der Ankündigung, vom Jahr 2012 an zumindest nächtliche Passagierflüge am Köln-Bonner Flughafen zu verbieten, will die rot-grüne Landesregierung in Düsseldorf ein wichtiges Wahlversprechen einlösen. Dies wird den lärmgeplagten Anwohnern des Airports zwar noch lange nicht die ersehnte ungestörte Nachtruhe bescheren - schließlich sollen die Frachtflüge von Einschränkungen nicht betroffen sein. Doch sie werden dies als einen ersten wichtigen Schritt zu weniger Lärm begrüßen.

Ob aus der Ankündigung allerdings tatsächlich das geforderte Verbot wird, ist völlig offen. Schließlich hat die Vorgängerregierung in einem umstrittenen Eilverfahren gegen Widerstände aus der gesamten Region die bestehende Nachtflugregelung bis zum Jahr 2030 verlängert.

Der Flughafen beantwortet die Frage nach einem Verzicht deshalb zunächst mit einem klaren Nein. Ein solche Einschränkung, so der Flughafenchef, bedrohe den Bestand des Flughafen insgesamt.

Die Landesregierung wird sich nun mit den Beteiligten an einen Tisch setzen müssen - was die Vorgängerregierung leider versäumt hat. Schließlich ist der Bestand des Flughafens für die gesamte Region aus wirtschaftlichen Gründen unverzichtbar. Ebenso sind aber die gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch den nächtlichen Fluglärm keinesfalls zu vernachlässigen. Der Flughafen bezog seine grundsätzliche Akzeptanz bislang immer auch aus der Tatsache, dass glaubhaft versucht wurde, einen Interessensausgleich zwischen diesen beiden Positionen zu finden.

Passagiere: Nachtflugverbot in Köln ab 2012