Studie über Fluglärm ist gestartet

Kölner Stadt-Anzeiger vom 27.10.05, 07:12h

Rhein-Sieg-Kreis - Über ein Jahr hat die Ärzteinitiative für ungestörten Schlaf darum gekämpft, eine epidemiologische Studie über nächtlichen Fluglärm starten zu können. Nun ist es soweit. Seit diesem Monat läuft das Projekt unter Regie des Bremer Professors Eberhard Greiser, dem ein Beirat mit Vertretern des Rhein-Sieg-Kreises, des Rheinisch-Bergischen-Kreises und der Stadt Köln sowie der Ärzteinitiative und des Flughafens Köln / Bonn zur Seite steht. Über neun Monate wird sich die Untersuchung erstrecken, nach dem 30. Juni 2006 werden die Ergebnisse ausgewertet. Um „eine optimale Qualität der Studie zu gewährleisten“, wird eine internationale Gruppe aus Epidemiologen und Lärmforschern die Projektwissenschaftler beraten.

„Wir Ärzte haben schon lange gefordert, dass unsere Beobachtungen von häufigerem Vorkommen von Bluthochdruck, massiven Schlafstörungen und Depressionen durch eine wissenschaftlich belastbare Studie untermauert werden“, betont die Troisdorfer Internistin Dr. Gerda Noppeney, Vorsitzende der Ärzteinitiative. Nun sind alle Bedingungen erfüllt, um den Lärm und die daraus resultierenden Gesundheitsbelastungen so zu untersuchen, dass aussagefähige Ergebnisse erzielt werden.

Dazu werden Krankenkassendaten von Patienten aus dem hiesigen Kreis, aus dem Rheinisch-Bergischen und aus dem Kölner Raum daraufhin unter die Lupe genommen, ob in den Regionen, die stärker durch Fluglärm belastet sind, häufiger Herzkrankheiten, Depressionen oder Bluthochdruck diagnostiziert werden als anderswo. Professor Greiser weist ausdrücklich darauf hin, dass die Krankenkassen dafür nur anonymisierte Daten zur Verfügung stellen. Der Datenschutz sei also absolut gewahrt.

Erfasst würden in der Studie selbstverständlich auch andere Lärmquellen als startende und landende Flugzeuge. So werde ebenfalls der Lärm des Straßen- und Schienenverkehrs berücksichtigt. Die Untersuchung werde „ein wichtiger Baustein“ zum Beleg der Zusammenhänge von Fluglärm und Gesundheitsbeeinträchtigungen, meldet die Ärzteinitiative. Sie diene als „Grundlage für weitere wissenschaftliche Nachforschungen wie sie z. B. durch durch eine Fall-Kontroll-Studie erfolgen können“.

Finanziell unterstützt wird die Studie vom Umweltbundesamt, von der Ärzteinitiative „im Verbund mit mehreren Kommunen und Sponsoren“ sowie vom Kreis. Daten liefern neben den Krankenkassen auch der Flughafen und die beteiligten Kommunen. Der Kreis habe großes Interesse an der Aufklärung eventueller gesundheitlicher Beeinträchtigung durch Fluglärm, teilte Landrat Frithjof Kühn der Ärzteinitiative mit.

(KStA)