Kampf der Ärzte wurde belohnt

Kölner Stadt-Anzeiger vom 29.06.04

Zum zweiten Mal vergab die Kreisstadt den Siegburger Agendapreis.

Siegburg - Der Ärztin Dr. Gerda Noppeney standen die Tränen in den Augen, als sie die Bühne auf dem Marktplatz verließ. Ihr und ihren Kollegen von der „Ärzteinitiative für ungestörten Schlaf“ war ein erster Preis beim Agendafest verliehen worden. Gleichzeitig auf den ersten Platz kam auch der „Eine Welt Markt“ aus Siegburg.

Als stellvertretender Bürgermeister Franz Huhn den Ärzten die Urkunde überreichte hatte, bedankte sich Gerda Noppeney, sah sie doch darin die Anerkennung für die Arbeit der Initiative und die Ermutigung weiterzumachen. „Wir wollen den Menschen in Siegburg und Umgebung die Nachtruhe zurückgeben, die ihnen von Natur aus zusteht,“ erklärte sie unter dem Beifall der Besucher. Die Gesundheit dürfe nicht leichtfertig den Zwecken sich wild verbreitender Globalisierungs-Ideen zum Opfer fallen.

In der Begründung zur Preisverleihung an die Ärzte hatte Franz Huhn an die Gründung der Initiative von rund 60 Ärzten im Mai 2001 erinnert: „Aus der täglichen Arbeit mit ihren Patienten sahen sich die Ärzte verpflichtet, auf die gesundheitlichen Gefahren hinzuweisen, die aus dem nächtlichen Fluglärm im Einzugsgebiet des Flughafens Köln / Bonn resultieren. Sie verstanden es, zu zeigen, dass lärmbedingte Schlafstörungen keine Befindlichkeitsstörungen sind, sondern durchaus einen Krankheitswert haben, der wissenschaftlich belegbar ist.“ Die Ärzte-Initiative sei Sinnbild für die vom Fluglärm ausgehenden Gefahren. Dr. Noppeney verwies auf die „medizinisch fundierten Erkenntnisse“, so dass sich kein Staatsvertreter mehr auf Nichtwissen berufen könne.

Für den „Eine Welt Markt“ nahm Martin Ruhl die Urkunde entgegen, aber auch die Antragsteller, die Pfarrer Knitter von der Evangelischen Kirche Siegburg und Reinhard Bartha von der Evangelischen Kirche Lohmar-Wahlscheid wurden von Huhn auf die Bühne gebeten. Der Vize-Bürgermeister lobte die Arbeit von Martin Ruhl, die geprägt sei vom Gedanken der Agenda. Über den Verkauf fair gehandelter Produkte würde das Bewusstsein dafür im täglichen Umgang gefördert. Huhn: „Gemäß dem Prinzip 'lokal handeln, global denken' hat der Eine Welt Markt Siegburg mit vielen ehrenamtlich helfenden Händen beeindruckende Ergebnisse erzielt.“

Die weiteren Preise gingen an: Gemeinschaftsgrundschule Wolsdorf für umweltbewusstes Handeln (Schulhof mit Grün-, Ruhe-, Spiel- und Laufzonen, Schulgarten, Kräuterspirale, Feuchtbiotop); an die Kindertagesstätte „Die Deichmäuse“ für eine positive Beziehung zum Wald und zur Natur sowie für die Hauptschule „Innere Stadt“, die im Hauswirtschaftsunterricht ein Kochbuch zusammenstellte und Adressen mit Bioprodukten auflistete. Von 100 Euro für den fünften Preis und 2000 Euro für die Erstplatzierten reichte das Preisgeld.

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