Drehkreuz in der Mitte Europas - Kölner Stadt-Anzeiger vom 29.10.2010

FLUGHAFEN KÖLN/BONN FedEx eröffnet Umschlagzentrum - Bald 450 Mitarbeiter
Köln. Der Kölner Flughafen-Chef Michael Garvens nennt es "einen der wichtigsten Meilensteine der letzten Jahre": FedEx Express, weltweit größtes Express-Frachtunternehmen, hat sein Drehkreuz für Zentral- und Osteuropa von Frankfurt nach Köln/ Bonn verlegt. Seit Ende Juni ist es in Betrieb, gestern haben Garvens und Gerald P. Leary, FedEx-Express-Präsident auch für Europa, das neue Umschlagzentrum eingeweiht.

Jeweils 70 Millionen Euro haben der Airport und der Paketzulieferer in das Drehkreuz investiert, dessen vollautomatische Sortieranlage nach Firmenangaben bis zu 18 000 Pakete und Dokumente pro Stunde für den Weitertransport bearbeiten kann. Die Zahl der bisher 35 Mitarbeiter in Köln/Bonn werde auf 450 Voll-und Teilzeitbeschäftigte aufgestockt, rund 150 Arbeitsplätze davon würden neu geschaffen. "Die Anlage in Köln spielt eine wichtige Rolle bei unserem Ziel, unsere Marktposition in Europa auszubauen", so Leary.

Die zentrale Lage des Flughafens Köln/Bonn und die gute Verkehrsanbindung waren für FedEx ausschlaggebende Gründe für den Umzug. "In einem Radius von 500 Kilometern um die Stadt werden 40 Prozent des gesamten Bruttosozialproduktes der EU erwirtschaftet", argumentierte Bernhard Schloemer, der für Zentral- und Osteuropa zuständige FedEx-Manager. Und auch die bis 2030 verlängerte Nachtflugregelung hat aus Sicht des Unternehmens für Köln/ Bonn gesprochen.

Weitere Nachtflüge

Laut Schloemer wird es pro Woche 52 zusätzliche Starts- und Landungen geben, davon 21 in der Zeit zwischen 22 Uhr und 6 Uhr - und davon wiederum sechs zwischen 0 Uhr und 5 Uhr. Die nächtlichen Flugbewegungen des Unternehmens machten drei Prozent der gesamten Nachtflüge in Köln/Bonn aus. FedEx setzt nach eigenen Angaben Maschinen des Typs MD-11, Airbus A310, ATR 72 und ATR 42 ein. Nachtflug-Kritiker bemängeln vor allem den Einsatz der MD-11-Maschinen; Leary betonte, FedEx habe bereits modernere Maschinen geordert und werde sich bemühen, "dass diese in Köln zum Einsatz kommen".

Garvens setzt darauf, dass sich mit der Ansiedlung von FedEx die positive Entwicklung in der Luftfracht fortsetzen wird. Für 2010 rechnet der Airport Köln/ Bonn, Nummer zwei unter den deutschen Frachtflughäfen, mit einem Umschlag von rund 640 000 Tonnen - 14 Prozent mehr als im Vorjahr und deutlich über der Prognose vom Jahresbeginn. "Der positive Trend wird sich fortsetzen", meint Garvens.

Stolz sind die beiden Partner auch auf die 16 000 Quadratmeter große und drei Millionen Euro teure Solaranlage auf dem Dach, die laut FedEx mehr als 800 000 Kilowattstunden Strom pro Jahr produzieren kann - den Durchschnittsverbrauch von 230 Drei-Personen-Haushalten.