Neue Klage gegen Fluglärm
Einschränkungen der Nachtflugregelung in Köln gefordert

Beratungskommission wirft Verkehrsminister mangelnde Information vor.
Kölner Stadt-Anzeiger vom 31.01.2008
Köln - Der Widerstand gegen eine vorzeitige Verlängerung der Nachtflugregelung am Köln-Bonner Flughafen wird stärker. Nachdem bereits die Bürgermeister mehrerer Städte rund um die Wahner Heide rechtliche Schritte für den Fall angedroht haben, dass Landesverkehrsminister Olivier Wittke (CDU) die bis 2015 geltende Regelung ohne Auflagen für den Lärmschutz bis 2030 verlängert, kündigte gestern auch die Bundesvereinigung gegen Fluglärm eine Klage an. Nach Angaben des Vorsitzenden Helmut Breidenbach sei es nicht hinnehmbar, dass der Minister eine Verlängerung bereits öffentlich ankündigt, bevor er überhaupt die Betroffenen, insbesondere die Fluglärmkommission, angehört habe. Zudem habe der Minister seine Verpflichtung zur Information der Kommission verletzt.

Die Fluglärmkommission des Köln-Bonner Flughafens hatte unmittelbar zuvor in einer Sondersit- zung scharf kritisiert, dass der Minister die Angabe der Gründe für seine geplante Entscheidung verweigert habe, obwohl doch dieses Gremium gerade zur Beratung des Ministers in Fluglärmangelegenheiten geschaffen worden sei.

Nach Angaben des Vorsitzenden Klaus Stich stießen alle Forderungen nach mehr Lärmschutz in Düsseldorf "auf taube Ohren". Der Minister sei offenbar entschlossen die Nachtfluggenehmi- gung zu verlängern, ohne die "gesundheitlichen Belange" der Anwohner zu berücksichtigen.

Die Kommission, in der neben den Anliegergemeinden unter anderem auch die Flughafengesellschaft und Fluggesellschaften vertreten sind, stellte fest, dass medizinische Studien, die auch vom Bundesum- weltamt anerkannt worden seien, ernste Hinweise auf Gesundheitsschäden durch nächtlichen Fluglärm ergeben hätten. Die Mehrheit der Kommission forderte deshalb Auflagen zur Lärmminderung wie etwa eine Kernruhezeit (null bis fünf Uhr) für Passagier- flüge, lärmabhängige Start- und Landegebühren, das Verbot der Nutzung besonders lauter Maschinen und ein langfristiges Lärmminderungskonzept.