Reine Schein-Anhörung
Kommentar im Kölner Stadt-Anzeiger vom 22.12.2007

Es gibt gute Gründe dafür, nächtliche Frachtflüge am Köln-Bonner Flughafen weiterhin zu erlauben. Dies dient der Wirtschaft der Region und sichert Arbeitsplätze. Doch diese Flüge bedeuten auch große Belastungen für viele Menschen im Umfeld des Airports. Bisher herrschte Einigkeit darüber, dass nur eine Abwägung dieser unterschiedlichen Interessen dem Airport letztlich die Zustimmung im Raum Köln / Bonn garantiert.

Es ist deshalb völlig unangemessen, wenn der Landesverkehrsminister zwar eine Anhörung der Flughafen-Anwohner anbietet, im gleichen Atemzug aber ankündigt, dass er die Nachtflugregelung verlängern werde. Ebenso daneben liegt der Minister mit der Behauptung, eine Neuregelung sei „aus rechtlichen Gründen“ nicht möglich. Gerade der Verlängerungsantrag bietet die Chance, Bedingungen zu stellen wie den Verzicht auf nächtliche Passagierflüge.

Mit einer Schein-Anhörung und juristischen Ausflüchten wird der Minister den Interessen der Menschen nicht gerecht, die mit schlaflosen Nächten einen hohen Preis für Nachtflüge zahlen.

http://www.ksta.de/jks/artikel.jsp?id=1195816982672