Nachtflug-Papier sorgt für Alarmstimmung - Kölnische Rundschau vom 10.11.09

DieNachtfluggegner schlagen Alarm. Eine interne Datensammlung aus dem Haus des Düsseldorfer Verkehrsministeriums stellt die Prognose, dass es im Jahr 2017 jährlich 45 185...

RHEIN-BERG. DieNachtfluggegner schlagen Alarm. Eine interne Datensammlung aus dem Haus des Düsseldorfer Verkehrsministeriums stellt die Prognose, dass es im Jahr 2017 jährlich 45 185 Nachtflugbewegungen in Köln / Bonn geben wird. Die aktuellen Zahlen: Für 2007 stehen 38 780 Lärmereignisse zu Buche, 2008 waren es 34 850.

Die Fluglärmkommission am Kölner Airport soll sich am morgigen Mittwoch mit einer einer möglichen Neuausweisung der Lärmschutzbereiche befassen. Die Neuausweisung, so der Rösrather Bürgermeister Marcus Maria Mombauer, muss das NRW-Ministerium für Bauen und Verkehr bis spätestens Ende 2009 vornehmen. Laut Mombauer sind die für die kommenden Jahre prognostizierten Flugbewegungen von Bedeutung für die Überprüfung oder die Festlegung größerer Lärmzonen.

Flughafensprecher Walter Römer erklärte gestern, der Flughafen habe für 2017 lediglich eine Prognose für die sechs verkehrsreichsten Monate abgegeben: 25 000 Nachtflüge. „Insofern sind wir beteiligt worden.“ Bei der Gesamtprognose handele es sich - „bei allen Unwägbarkeiten“ - um eine „Hochrechnung“. Auch Marcus Mombauer sagt, die Prognose sei „noch durchaus umstritten“. Das Zahlenmaterial bedürfe der „Diskussion und Überprüfung“.

In einer Anfrage an den Bürgermeister erklärt das parteilose Ratsmitglied Dieter von Niessen (früher CDU), 2007 seien 52 Prozent (rund 18 200) Flüge in Richtung Lohmar und 28 Prozent (rund 9500) Flüge über die 3815 Meter lange Interkontinentalbahn (14 L / 32 R) abgewickelt worden. „Das betrifft auch unsere Stadt Rösrath in hohem Maße“, so von Niessen. 40 Prozent der Nachtflüge seien in 2007 Passagierflüge gewesen.

Von den nun für 2017 prognostizierten 45 000 Nachtflügen sollen 23 000 Richtung Lohmar und 42 Prozent über die „32 R“ starten. Von Niessen sieht von einer 42-prozentigen Steigerung besonders „Rösrath, Bensberg, Bergisch Gladbach und Overath“ betroffen.

CDU-Ratsmitglied Hans-Reinhold Drümmen, Ersatzmitglied für Marcus Mombauer, rechnet im Gegensatz zu von Niessen „nur“ mit der allgemein genannten Steigerungsrate von knapp 20 Prozent. „Wenn sich beim Flugverkehr nichts ändert.“

Drümmen sagt, der Rückgang der Zahlen sei in den letzten beiden Jahren auf den Fortgang von DHL zurückzuführen. Die Zahlen würden aber beim Start des Fracht-Riesen FedEx wieder ansteigen. Genaue Daten von FedEx seien bisher aber noch nicht auf den Tisch gelegt worden: Zahlen seien nun aber von einem FedEx-Vertreter am Mittwoch zu erwarten. Walter Römer betont, in der Prognose, die auf 2008 basiere, seien die FedEx-Zahlen erhalten.