Rösrath fehlt in der Kommission - Kölnische Rundschau vom 12.11.09

Ohne Vertretung stand die Stadt Rösrath in der Fluglärmkommission am Köln / Bonner Airport da. Bürgermeister Marcus Maria Mombauer hatte sich entschuldigt, sein Vertreter ist krank. Dabei ging es in der Sitzung um die Entwicklung des Nachtflugs am Heide-Airport.

RHEIN-BERG Ohne Vertretung stand die Stadt Rösrath gestern Vormittag in der Fluglärmkommission am Köln / Bonner Airport da. Bürgermeister Marcus Maria Mombauer hatte sich entschuldigt, und sein Vertreter Hans-Reinhold Drümmen ist krankgeschrieben. Mombauer überreichte bei der Vorstellung der beiden Dreigestirne in der Eulenburg nach 11.11 Uhr Riesen-Weckmänner.

Da es in der Sitzung um die zukünftige Entwicklung des Nachtflugs am Heide-Airport ging, hatte Bürgermeister Mombauer im Vorfeld schon selbst auf die Bedeutung der Sitzung hingewiesen: „Das zugrunde liegende Zahlenmaterial bedarf der Diskussion und Überprüfung.“

Anträge bei Kommission und Minister unbekannt

Wie der stellvertretende Vorsitzende der Kommission, Helmut Breidenbach, auf Anfrage erklärte, liegen dem Gremium auch die vom Stadtrat gefassten Anträge zur Königsforst-Route nicht vor. Auch dem Ministerium in Düsseldorf nicht, wie er auf Nachfrage erfahren habe. „Deshalb gab es auch keine Tischvorlage.“ Die nächste Sitzung ist erst für März 2010 terminiert.

BM Mombauer zu seinem Fehlen: „Am 11.11.! Das muss ich doch nicht erklären. Ich hatte aber vorher noch eine unverschiebbare Dienstbesprechung. Anschließend bin ich dann zu der Vorstellung der Dreigestirne gegangen.“

Unterdessen werden die Prognosen für die Nachtflugbewegungen bis zum Jahr 2017 nach Behandlung durch das NRW-Umweltministerium vom Verkehrsministerium zur Zuschneidung möglicher neuer Lärmschutzzonen „in Kürze „aufbereitet“, so das Fazit des Kommissionsmitglieds Wolfgang Hoffmann. Zum letzten Mal wurde die Zonen vor 25 Jahre geschnitten.

Für die sechs verkehrsreichsten Monate des Jahres hat die Flughafen-GmbH eine Prognose von 25 000 Nachtflugbewegungen für 2017 vorgelegt. Aus der Kommission heraus wurde daraus eine Ganzjahresprognose von 45 185 entwickelt.

Wenn sich die Zahlen heute auch auf runde 38 000 zurück geschraubt hätten, so sei nun wieder mit einem Anstieg zu rechnen, glaubt Hoffmann. Es gehe nun darum, die Passagierflüge aus dem Nachtbereich herauszubekommen. Ein Beispiel: In der Woche vom 13. bis zum 20. September wurden in der Zeit von 22 bis 6 Uhr 53,6 Prozent Fracht- und 46,4 Passagierflüge abgewickelt. Im Vorjahr waren es zur selben Zeit 67 Prozent Fracht- und 43 Prozent Passagierflüge.

Auch die „besonders lauten Frachtmaschinen wie die MD-11“ müssten aus dem Nachbereich heraus, so Lärmschutzvertreter Hoffmann.

Kritik wurde in der Kommission laut, weil ein avisierter Vertreter des neuen Fracht-Riesen FedEx nicht erschien. Sitzungsleiter Helmut Breidenbach: „Man will uns offenbar dumm halten. Das ist, was uns ärgert.“ Für die Zukunft sieht es laut Breidenbach so aus: „Es wird wieder mehr geflogen nachts, es wird lauter.“ Wolfgang Hoffmann hält nur einen Dauerschallpegel von 50 Dezibel für die Zukunft für akzeptabel. Der jetzige von 55 ist für die Schützer „zu hoch“.

FedEx erklärte gestern Abend, man sei kurzfristig verhindert gewesen. Geplant seien 1000 Nachtflüge im Jahr.