aus dem Kölner-Stadt-Anzeiger vom 14.06.02

Logistik-Zentrum am Flughafen

NRW-Verkehrsminister Schwanhold einigte sich mit Airport-Chef auf Ausbau des Frachtbereichs in Köln-Wahn.

Louisville - „Wie kriegen wir das nach Köln-Bonn?“, fragt Michael Garvens fasziniert nach dem Dia-Vortrag. Manager der Firma UPS haben der Delegation unter Leitung von NRW-Wirtschaftsminister Ernst Schwanhold (SPD) beeindruckend vor Augen geführt, welch gigantisches Wachstum in den letzten fünf Jahren der firmeneigene Geschäftspark am Rande des UPS-Frachtflughafens in Louisville (US-Bundesstaat Kentucky) genommen und welche Sogwirkung dieser Airport hat hinsichtlich der Ansiedlung anderer Firmen.

Garvens löst mit seiner Frage einige Lacher aus, so als habe er einen Scherz gemacht. Doch er meint es genauso ernst wie Minister Schwanhold. Bei der Weiterentwicklung des Kölner Flughafens will man von den Amerikanern lernen, will sie mit im Boot haben, schließlich ist der Kölner Airport ihre Drehscheibe für Europa.

Dafür danken die Gäste dem Management von UPS ausgiebig. Und in diesen Dank bezieht der NRW-Minister ausdrücklich ein, dass das US-Unternehmen „früher als nötig“ auf leisere Maschinen umgerüstet habe, was, so hofft Schwanhold, dazu beitragen werde, dass die Akzeptanz des Flugverkehrs steige.
Der Sozialdemokrat weiß um den schwierigen Spagat, zusätzliche Lärmbelästigungen vermeiden zu müssen und andererseits die Position des Kölner Airports als einem der wichtigsten Arbeitgeber in der Region steigern zu wollen.

Geschickt spielen sich Schwahnhold und Garvens den Ball zu, fragen die Gastgeber nach Schwächen und preisen Stärken des Standortes Köln an (in zwei Flugstunden seien alle EU-Hauptstädte zu erreichen, der dicht besiedelste Raum Europas).
Und zaubern dann die Idee einer Arbeitsgruppe aus dem Hut, die Konzepte entwickeln soll, wie die Zukunft des Kölner Airports und der Region herum gestaltet werden soll. Die Amerikaner entziehen sich nicht und sagen ihre Mitarbeit zu.

Christian Messerschmidt vom deutschen UPS-Management lobt Schwanholds Engagements, Firmen nach NRW zu holen, neue Trends zu befördern. Der Logistik-Port in Duisburg sei dafür ein gutes Beispiel. Messerschmidt meint aber auch, die Landesregierung müsse ein wenig mehr in den Süden von Düsseldorf schauen, eben in die Kölner Region. Die Weiterentwicklung des Kölner Flughafens ist für ihn „eine spannende Sache“, da „kann man Visionen entwickeln“.

Sie liegen im Bereich der modernen Logistik. Dabei geht es nicht mehr nur um den Transport von A nach B, sondern um nahezu alles, was über die Entwicklung und reine Produktion von Einzelteilen hinausgehen. UPS beispielsweise baut in Louisville PC-Drucker oder Fotokopierer nach individuellen Kundenwünschen zusammen und liefert sie dann aus. Für diesen Wachstumsmarkt der Zukunft (Schwanhold) habe NRW, meine Messerschmidt, einen unglaublichen Vorteil, nämlich seine geographische Lage. Sie besser nutzen zu können setze aber voraus, dass die Bahn endlich den Zug der Zeit erkenne.