Presseerklärung des evangelischen Stadtkirchenverbands vom 19.02.02

„Krach macht krank“ – medizinisches Symposion führt den Beweis
Kirche begrüßt Ärzte-Initiative gegen Nachtfluglärm

Köln (epk). Der Evangelische Stadtkirchenverband Köln begrüßt durch den Leiter seines Sozialwerks, Pfarrer Uwe Becker, die Initiative von 60 Fach-Medizinern, die sich am Wochenende in Siegburg zum ersten Fluglärm-Symposium in der Region versammelt hatten.

Nach dem bundesweit beachteten „Offenen Brief“ des Kölner Stadtsuper- intendenten Karl Schick für ein „Menschenrecht auf ungestörten Schlaf und Gesundheit“ an den Aufsichtsratsvorsitzenden des Flughafens Köln/Bonn, Dr. med. Norbert Rüther, plant Becker für den 14. September 2002 im Kölner Mediapark den „1. Christlich-sozialethischen Kongress Köln“ zum Streit-Thema „Nachtfluglärm“; auch der Kölner Katholikenausschuss sei an der Vorbereitung beteiligt.

Im Herbst: Kölner Kongress „Menschenrecht auf Nachtruhe“

„Wir suchen in einer Allianz der Vernunft nach dem möglichen Konsens für eine Kernruhezeit in Köln/Bonn. Unser Kongress im Herbst wird Theologen, Juristen, Mediziner und Wirtschaftsleute an einen Tisch bringen, um alle Aspekte des Problems zu beleuchten – beispielsweise das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit einerseits und das ‚Arbeitsplatz-Argument‘ andererseits, so Pfarrer Becker. Das Siegburger Symposium der Ärzte habe nun wichtige Grundlagen für die weitere Diskussion erbracht - „Fakten genug, die die verheerenden Folgen des Schlafentzugs durch Nachtfluglärm auf Gesundheit und wirtschaftliche Leistungskraft deutlich machen.“

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg hatte vor einigen Wochen den Nachtfluglärm am Flughafen Heathrow/London als Verletzung der Menschenrechte der Anwohner auf unversehrte Gesundheit und Nachtruhe verurteilt.

Das Nachtflug-Aufkommen in Köln/Bonn ist höher als in London.